KURIOSES BESONDERES SELTENES VARIA






ABC DOMINO SPIEL um 1880

A.B.C. Domino. Ohne Ort und Verlag (um 1880).
28 chromolithographierte Kärtchen mit Illustrationen und Teilen der Buchstaben des ABC, die durch Zusammenlegen komplettiert werden. Je 4,5 x 9,8 cm, dazu ein kleines Metallschälchen mit 18 blindgeprägten Spielmünzen. Originale Schachtel mit chromolithographierter Deckelillustration, 27,3 x 20 x 3 cm (Schachtelkanten etw. beschädigt) - Schön erhalten
* Seltenes, farbfrohes Lernspiel; mit einem Blatt Spielregeln in deutscher Sprache, das auf die Innenseite der Schachtel aufgezogen ist. Spielregeln in niederländisch beiliegend

<Artikel 11738> EUR 140,-










DREI-KONTINENTE-KRAFTWERK

Luserke, Martin:
B7 Q3.8 oder die Geheimnisse des Drei-Kontinente-Kraftwerks Mittelländisches Meer - Totes Meer. Eine telefonisch-tellurisch-technische Groteske. München (Chr. Kaiser) 1925.
95 S., kl.8° Orig.-Karton (Rücken unten 2cm Fehlstelle, sonst gut)

* Erste Ausgabe. Münchner Laienspiele Heft 12. WG 15. Sehr selten. - Martin Luserke (1888-1968) war einer der bedeutendsten Reformpädagogen in der Jugendbewegung, Erzieher am Pädagogium der Herrnhuter Brüdergemeine in Niesky und an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, deren Leiter er seit 1910 war, bevor er 1925 seine "Schule am Meer" auf der Insel Juist gründete, die 1934 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde

<Artikel 2252> EUR 120,-






EINSAME FEUILLETONS

[Johann Dieterich Leyding] - Anonym:
Der Einsame. 2 Teile in einem Band (= alles). Hamburg (Johann Georg Fritsch) 1766-1767.
206 S. 1 Bl. 206 S. 1 Bl. Mit 2 gest. Titelvignetten. Halbleder d.Zt. mit RVerg. und 2 farbigen RSchildchen, marmor. Vorsätze (Deckel beschabt, Ecken bestoßen; innen teils etw. gebräunt, hinterer flieg. Vorsatz von alter Hand beschrieben). - Insgesamt gut erhaltenes Exemplar

* Erste (einzige) Ausgabe dieser anonym herausgegeben Hamburger Feuilletons. Mehr nicht erschienen. Sehr selten. - Als Herausgeber und Beiträger nennt die Datenbank deutschsprachiger Moralischer Wochenschriften den Hamburger Dichter und Publizisten Johann Dieterich Leyding (1721-1781). Unterteilt in 52 Blätter, wurden die Beiträge wöchentlich jeweils am Freitag verfasst, datiert vom 4. April 1766 bis zum 27. März 1767. Jedes "Blatt" beginnt mit einem Ausspruch eines Dichters, darunter Scipio, Leyding, Montaigne ...

<Artikel 3439> EUR 650,-






EIPELDAUER-BRIEFE [Provinzler in der Hauptstadt]

[Richter, Joseph]
Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn Vetter in Kakran über d' Wienstadt. Aufgefangen und mit Noten herausgegeben von einem Wiener. [Erstes Heft] bis zwölftes Heft (in einem Band). Wien o.V. und Wien (Christoph Peter Rehm) 1785, 1793-1794.
Zus. rund 580 S. (einzeln paginert), kl.8° Halbleder d.Zt. mit RSchild (Einband berieben; teilweise stock- bzw. braunfleckig)

* Die ersten 12 Hefte - wobei jedes Heft zwischen vier und zehn Briefe enthält - der seinerzeit äußerst beliebten Zeitschrift. Der Autor der sog. Eipeldauer-Briefe Joseph Richter (1749-1813) schildert mit satirischem Humor die Sitten und Gebräuche der Hauptstadtbewohner. In fingierten Briefen berichtet er aus der Perspektive eines Bauern aus der Provinz an einen "Vetter" von seinen Reisen in die Hauptstadt; der vorliegende Band enthält insgesamt 72 Briefe. - Vgl. VD18 90289471

<Artikel 18369> EUR 480,-






ENTMÜNDIGUNG VON KÖNIG LUDWIG II.

Luitpold, Prinz von Bayern.
Extra-Blatt. Allgemeine Zeitung. Nr. 160, München, Donnerstag, 10. Juni 1886: Bekanntmachung "Im Namen Seiner Majestät des Königs... daß ... Seine Majestät König Ludwig II., an einem schweren Leiden erkrankt sind, welches Allerhöchstdieselben an der Ausübung der Regierung auf längere Zeit ... hindert"
Stuttgart u. München (Cotta) 1886. Einblattdruck 38,5 x 26 cm (gefaltet)

* Proklamation der Entmündigung und Entmachtung von König Ludwig II. von Bayern und der Übernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold

<Artikel 18283> EUR 280,-






EROTIKA: Josefine Mutzenbacher

[Salten, Felix]
Josefine Mutzenbacher oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt. Wien [Fritz Freund], Privatdruck 1906.
VI (2), 332 (recte 383) Seiten. Original-Einband mit dunkelviolettem, changierenden Seidenbezug, goldgeprägter Rückentitel (dieser abgegriffen, Einbandkanten fachmännisch restauriert)

* Exemplar der echten Erstausgabe des Erotik-Romans. Sie erschien auf Subskriptionsbasis in 1000 numerierten Exemplaren, anonym und ohne Nennung von Verleger oder Herausgeber, mit deren gedruckter "Verpflichtung, niemals einen Neudruck zu veranstalten oder veranstalten zu lassen." Dennoch gab es schon bald Nachdrucke in ähnlicher Aufmachung, die sich im Detail von der vorliegenden ersten Ausgabe unterscheiden:






So ist das Titelblatt der Erstausgabe in einer Antiqua mit Serifen (wie Garamond) in rot und schwarz gedruckt; es hat mittig eine kleine ornamentale Vignette in deren Zentrum ein Herz steht. Das letzte Blatt ist fehlerhaft paginiert: 332 statt 383, was in späteren Ausgaben korrigiert wurde. Die Exemplare wurden im rot gedruckten Druckvermerk in der Maschine (nicht von Hand) schwarz numeriert, hier Nummer 405. Der empfindliche originale Einband mit Seidenbezug wurde hier behutsam und kaum sichtbar vom Fachmann restauriert. -
Die Autorschaft ist nach wie vor nicht vollständig geklärt, sie wird gemeinhin Felix Salten (1869-1945) zugeschrieben, da dieser nie konkret geleugnet oder einen Gegenbeweis angetreten hat. Beteiligt war vermutlich auch der Erotika-Verleger Fritz Freund. - Seltene erste Ausgabe dieses Klassikers der erotischen, pornographischen Literatur im Original-Einband

<Artikel 13932> EUR 950,-






EROTIKA - EROTISCHE POTPOURRIS

Cantiques et pots-pourris. A Londres / London (d.i. Paris ?) 1789.
Mit Frontispiz (Lucifer), 7 erotischen Kupfertafeln und 144 gestochenen Notenseiten; 78+64 Textseiten. 13 x 8,5 cm, Marmoriertes, geglättetes Kalbsleder d. Zt. mit Rückenvergoldung, Rückenschildchen, Deckelfileten, Steh- u. Innenkantenvergoldung, Goldschnitt u. Marmorpapiervorsätzen (Kanten gering berieben; von einigen wenigen Stockfleckchen abgsehen frisch erhalten)










* Erste Ausgabe. Mit sechs Potpourris pikanten Inhalts und den dazugehörigen Noten: "La chasteté de Susanne", "Agnès Sorel", "David et Bethzabée", "La chasteté de Joseph", "La Pucelle d'Orléans", "Judith et Holopherne". Kleine erotische Parodien, die "besonders wegen ihrer kostbaren Illustrationen sehr geschätzt" sind (Bilderlex. II, 202). - Die Stücke sind, ebenso wie die Notenseiten, einzeln paginiert. - Sehr hübsch gebunden und ausgezeichnet erhalten.

<Artikel 11685> EUR 1200,-






FLORA * BIEDERMEIER-LEGESPIEL

Flora the Game of Flowers.
Kreatives Legespiel der Biedermeierzeit mit 94 lackierten Holzstückchen.
Ohne Ort und Verlag (um 1850).
94 gefräste Holzstückchen in verschiedenen geometrischen Formen, beidseitig farbig lackiert. Im originalen Holzkistchen mit Schiebedeckel 11,7 x 11,7 x 1,5 cm. Der Deckel mit einer handkolorierten Titellithographie bezogen. Auf der Rückseite des Deckels ist eine lithogr. geometrische Zeichnung montiert, die die Konfiguration der 94 Einzelteile zeigt. Beiliegend ein gefaltetes Blatt mit 12 farbigen Beispielen / Vorlagen zur Zusammenstellung von Blumen-Mosaiken (etwas fleckig, im Falz eingerissen)

<Artikel 16661> EUR 350,-












Seltene HAUTKRANKHEIT

Tilesius von Tilenau, Wilhelm Gottlieb / Christian Friedrich Ludwig:
Historia Pathologica Singvlaris Cvtis Tvrpitvdinis Io. Godofredi Rheinhardi Viri L. Annorvm. Praefatvs est D. Christianvs Fridericvs Lvdwig / Von Johann Gottfried Reinhardts Hautkrankheit. Mit einer Vorrede von Christian Friedrich Ludwig. Leipzig (Crusius) 1793.
17 S., 1 kol. Kupfertafel im Text, 3 Bll. Tafeln in kol. Kupferstich. 36 x 22,5 cm, marmorierter Umschlag d.Zt.

* Erste (einzige) Ausgabe. Aufgrund seiner Talente im Zeichnen wurde der Student Wilhelm Gottlieb Tilesius (1769-1857) von dem Botaniker und Mediziner Christian Friedrich Ludwig (1757-1823) ermuntert, die Abbildungen sowie eine Beschreibung dieser seltenen Hautkrankheit zu verfertigen. - Lateinisch-deutscher Paralleltext

<Artikel 13495> EUR 800,-












JAPANISCHE MUND-NASEN-MASKE 1920

Saikoukyuu Fujinyou Bunka Masuku [Luxeriöse Mode-Maske für die Dame]. Made in Japan (um 1920).
Mund-Nasen-Maske, außen dunkelblauer Samt, innen verstärktes Leinen, mit 6 Atemlöchern, Gummibänder zum Befestigen, 8 x 12 cm, in Original-Schachtel mit farbigem Deckelbild, 8,5 x 8,5 x 1,5 cm






* Masken gibt es in Japan schon seit der frühen Meiji-Zeit. Ihre Popularität stieg seit dem Auftreten der spanischen Grippe und weiterer Infektionswellen enorm an. Während der Taisho-Ära ab 1912 wurden die angebotenen Masken weiterentwickelt und diversifiziert: es gab "Flugzeugmasken", "Ginsei-Masken", "Venus-Masken", "Baseball-Masken", "Tokio-Masken", "Skimasken" etc. - sowie auch Luxusmasken für die Dame - die die Mode der Zeit wiederspiegeln.

<Artikel 19128> EUR 60,-






MASKEN und VOLKSFESTE 1813

[ Masken- und Volksfeste-Almanach für das Jahr 1813 ]. Masken und Volks-Feste-Taschenbuch mit illum. Abbildungen und Musik. 2er Jahrgang. München (Lindauer) (1812).
Lithographisches Frontispiz, lithogr.Titel, 2 Bll., 188 Seiten, 1 Bl. Verlags-Anz., 28 kolorierte lithographische Tafeln, davon 1 ausfaltbar, mit 35 figürlichen Darstellungen, 2 mehrfach gefaltete Blätter mit Noten. 12,5 x 8 cm. Karton der Zeit in lithogr. illustriertem Orig.-Pappschuber (Einband etwas berieben, Schuber leicht bestoßen; ohne vord. flieg. Vorsatz; überwiegend frisch erhalten)






* Der zweite und zugleich letzte Jahrgang des sehr seltenen Almanachs. Mit Beiträgen über Karneval, Volksfeste des Mittelalters wie die Augsburger Geschlechter-Tänze, Schönbartlaufen in Nürnberg, außerdem Berichte über neue Masken aus Kassel, Luzern, Paris, Basel, Rom, München, Wien u.a. - Das Vorwort des Herausgebers Hilarius für den vorliegenden zweiten Jahrgang, datiert 1812. Das nachträglich eingefügte lithographische Titelblatt mit abweichender Jahreszahl (1814?, so auch im KVK nachgewiesen).. - Alle Tafeln in reizvollem zeitgenössischen Kolorit, mit brauner Tinte bezeichnet und nummeriert.

<Artikel 6973> EUR 680,-












MORD UND RACHE (Hildebrand 1825)

Hildebrand, Theodor:
Mord und Rache, oder das blutige Haupt des Brautvaters als Hochzeitsgeschenk. Ein Roman aus den Ritterzeiten. 2 Teile (in 1 Band). Mit 1 Kupfer. Leipzig (Kollmann) 1825.
Gest. Frontispiz, 1 Bl., 206, 220 S. kl.8° Halbleder d.Zt. mit RVerg. (RSchild am Rand gering abgesplittert; innen nur stellenweise schwach gebräunt)

* Seltene erste und einzige Ausgabe dieses "Schauerromans". Die Bücher des Autors zahlreicher Abenteuer-, Geister-, Schauer- und Rittergeschichten, Theodor Hildebrand (1794-1859), sind heute fast nicht mehr aufzufinden.

<Artikel 3995> EUR 380,-






NEUER DON QUIXOTE - Burmeister

Müllner, R.F. (Pseud. für Johann Peter Theodor Burmeister):
Ein neuer Don Quixote. Komisch-satyrischer Roman. Mit Illustrationen von J.P. Lyser. Wien, Leipzig (Stöckholzer v. Hirschfeld) 1846.
273 S. mit 4 Lithographie-Tafeln auf gelblichem Papier, außerhalb der Zählung; kl.8° Halbleder d.Zt. mit RSchild, etw. RVerg. Deckel mit Buntpapierbezug, Lederecken (stellenweise etwas (finger-) fleckig)

* Erste Ausgabe dieser "Quijoterie"; ausgesprochen seltenes, mit dem Namen Müllner veröffentlichtes Werk von Johann Peter Theodor Burmeister (1803-1870), der hier unter seinem bekannteren Pseudonym Lyser auch die Illustrationen beisteuerte

<Artikel 4300> EUR 680,-






(Un-)gewöhnliches RUSSISCHES PUPPENTHEATER

Staatliches Zentral-Puppentheater (GTSTK) / Sergei Obraszow / Valentin Andrievich.
Obiknovennij koncert - Teatr Kukol. ("Gewöhnliches Konzert" - Puppentheater). (Moskau, um 1946).
8 farblithographierte Postkarten mit Puppenfiguren von Valentin V. Andrievich; 6 Original-Photographien, rückseitig mit kyrillischer Beschriftung. Je 16 x 10 cm, im illustr. Original-Mäppchen

* "Das gewöhnliche Konzert" des russischen Puppentheaters hatte 1946 Premiere. Es ist eine Satire auf die Estradenkonzerte zu Sowjetzeiten. Drei Jahre nach seiner Premiere, 1949, verbot es das sowjetische Kulturministerium, da es die russischen Estradenkonzerte anschwärze. Zu dieser Zeit war der Leiter des Theaters, der berühmte Puppenspieler Sergej Wladimirowitsch Obraszow (1901-1992), bereits mit dem Stalinpreis, der höchsten zivilen Auszeichnung zu Zeiten der Sowjetunion, für seine Leistungen im Bereich des Puppentheaters ausgezeichnet worden. Es gelang ihm, das Verbot des Konzerts aufzuheben, die strengen Kulturwächter ließen eine ganze Reihe an Programmpunkten streichen, z.B. eine Jazz-Band. Das Stück wurde in "Das ungewöhnliche Konzert" umbenannt : was unkonventionell ist, kann auf nichts Typisches anspielen und dem Image der sowjetischen Kultur somit nicht schaden. - Vorliegend Dokumente der ursprünglichen Version, als das "ungewöhnliche" Konzert noch "gewöhnlich" hieß. Auf den Fotos die von Vera Nikolaijewna Terechowa gestalteten Puppen; auf den Postkarten die Puppendarstellungen des Grafikdesigners Valentin V. Andrievich (1908-1985)

<Artikel 14565> EUR 380,-












SIEGWARTFIEBER

Anonym -
Siegwart, der zweyte. Eine rührende Geschichte. Erster, zweeter, dritter und letzter Theil = 3 Teile (in 1 Band). Wertheim und Leipzig 1781.
Frontispiz von Stoeßel, XVI, 208, 176, 150 S. Mit 3 unterschiedlichen gest. Titelvignetten und 6 weiteren Kupfertafeln; kl.8° Halbleder d.Zt. mit RSchild (Rücken fachmännisch restauriert, Rückenvergoldung abgegriffen; anfangs oben im Bund etwas Wurmfraß, gering gebräunt u. vereinzelt etw. fleckig)

* Neue vermehrte und verbesserte Auflage. Vollständige Ausgabe aller drei Teile; die beiden ersten Teile erschienen erstmals im Vorjahr 1780. Selten. - Der zwei Jahre nach Goethes "Werther" erschienene Roman "Siegwart. Eine Klostergeschichte" (1776) von Johann Martin Miller, eine sentimentale unglückliche Liebesgeschichte, löste nach dem "Wertherfieber" ein "Siegwartfieber" aus, in dessen Folge zahlreiche Parodien und Nachahmungen erschienen. Der vorliegende Roman reiht sich dort ein, hier mit der Geschichte eines Franz von Rosenfels. - Verfasser nicht entschlüsselt. GV, Goe IV,2, S. 403. - VD18 90625870, VD18 90625897, VD18 90625943

<Artikel 3441> EUR 680,-






Unbesonnenheit Ausschweifung Verbrechen Elend

Timme, Christian Friedrich:
Wilhelm von Raschwiz oder Stufenleiter von Unbesonnenheit zur Ausschweifung, und von dieser zum Verbrechen und Elend. 3 Teile in 3 Bänden. Gotha (Ettinger) 1787-1789.
XIV, 400; 478; 454 S. mit je einer Titelvignette; farbig gemusterte Vorsätze; kl.8° geflammte Lederbände d.Zt. mit reicher RVerg. und 2 farbigen RSchildchen (bei Band 1 u. 3 fehlt jeweils das RSchildchen mit der Bandzählung; RKante von Band 3 unten mit Wurmfraß, einige unscheinbare Wurmlöcher im Bug; in Band 1 ist die untere Ecke der Vorsatzblätter und des Titels abgerissen, dadurch etwas Textverlust bei der Verlagsangabe). Alle Bände innen wohlerhalten, nur teilweise gering gebräunt.






* Erste (und einzige) Ausgabe. VD18 10025642. Vollständig äußerst selten. - Der 1752 in Arnstadt geborene Autor und Erfurter Privatgelehrte Christian Friedrich Timme, vielgelesener Romanschriftsteller und Lustspieldichter, erster Rezensent von Schillers Drama "Die Räuber" 1781, Verfasser der Robinsonade "Wenzel von Erfurt", starb bereits 1788 in jungen Jahren und verarmt in Erfurt. Den dritten und letzten Teil seines Romans "Wilhelm von Raschwiz" soll ein Unbekannter unter seinem Namen beendet haben (vgl. Meusel, Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, Band 14). Die Neue Nürnbergische Gelehrte Zeitung von 1791 (Nr. 214, S. 554) schreibt dazu: "Ueber der Bearbeitung des dritten Theils starb der Verfasser. Er hat aber vor seinem Tod einem seiner Freunde aufgetragen, ihn zu vollenden und ihm dazu den Plan mitgetheilt... Am Schluß springt die Geschichte durch Raschwizens Sturz, Gefangenschaft und Tod gar zu schnell ab." - Auch in der ADB ist durchaus Kritisches zu lesen - so zum Erscheinen des zweiten Bandes (Band 91, S. 123): "Noch schlechter als der erste Theil... und doch zum Unglücke dasselbe noch nicht geschlossen. ..In diesem ganzen Buche entwickelt sich die stufenweise Verschlimmerung von Raschwizens moralischen Charakter nicht anders, als so, daß er erzählt, wie er sich alle Tage in Brandtewein, Wein, Punsch u. d. gl. besäuft. .. Keine Seite im Buche auf welcher nicht vom Essen und Trinken geredet, irgend ein Schmaus oder ein Sauf-Gelage beschrieben ist. . Ebenso erbärmlich ist die Schilderung, wenn der Herr Oberforstmeister von Dammer, der übrigens sehr gelobt wird, seine Frau Gemalin und Fräulein Tocher mit der Hunde-Peitsche behandelt..."






Aus dem Besitz des Grafen Viczay von Héderváry mit dessen kl. gest. Wappenexlibris 'Bibliothecae Hedervarianae'

<Artikel 4608> EUR 1600,-






ZUKUNFT DER MODE

Wolff, Erika (Hg.)
L'avenir de la mode. No. 15. Ete 1939. Wien ("Bellotyp") 1939. 2 Bll. Text, 31 (statt 32) farbig lithographierte Modetafeln. 24,5 x 17,5 cm, Orig.-Karton (Einband fleckig; innen vereinzelt am unteren Rand schwach braunfleckig)

* Seltenes Vierteljahres-Periodikum, das nur zwischen 1936 und 1940 erschien. Hier: die Mode des Sommers 1939. Text in deutsch und französisch. - "Die Linie der Sommermode ist klar vorgezeichnet und beschwingt... Die Bolero-Idee ist in ungemein vielen Variationen vertreten... Trotteurkleider sind oft ganz in Falten gelegt oder plissiert... Bei den Abendkleidern ist am meisten der Directoire-Stil vertreten. Tiefe Ausschnitte, die Taille hochgerückt, Puffärmel und ganz trägerlos..."

<Artikel 16482> EUR 130,-












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